Bangladesch Reise September 2018

Eine Reise, die uns nicht nur ans andere Ende der Welt führte, sondern auch in eine neue Dimension der Wahrnehmung.
#changemaker

Am 02.09.2018 erreichte das Team den Flughafen in Bangladesch. Das Team bestand unsererseits aus dem Lehrer und Initiator der Reise, Axel Schütz sowie Fabian Marter und Johannes Gacs als Vertreter der Schülerfirma und Alice Baumbusch aus der KS2. Außerdem begleitete uns Daniela Bopp von der Roland Bopp GmbH, Markus Beck und Marco Baumeister von Greenality, Anton Vaas von der Aktion Hoffnung sowie Joshua Krull und Michael Stadler von imagis.tv. Außerdem Philipp Keil und Maria Gießmann von Future Fashion/SEZ.

Noch am Flughafen wurden wir von Zahid Kamal – Fabrikbesitzer und Kooperationspartner von Daniela Bopp – empfangen. Unsere ersten Eindrücke von Dhaka sammelten wir im Straßenverkehr. Dieser wird nämlich von einem unterbewussten System geregelt. So fahren gerne Autos, Tuctucs, Rikschas, Busse und Motorräder in einer Spur für drei, zu sechst. Auch Fußgänger überqueren gerne die Straße und wer hupt, hat Vorfahrt.
Nach einer aufregenden Autofahrt erreichten wir die Textilfabrik von Zahid, welche 2018 fertiggestellt wurde. Er hat viel in diese Fabrik investiert und im Gegensatz zu anderen Fabriken in Bangladesch ist diese fortschrittlich und sicher ausgestattet. Zahid führte uns über das Gelände und somit konnten wir die Produktion eines T-Shirts in allen Schritten verfolgen. Um ein einzelnes T-Shirt zu produzieren, benötigt es viel Planung, Organisation und Arbeiter. Die Arbeiter dort zeigten uns demonstrativ mit Schildern wie „We are happy producing your clothes“, dass sie die Arbeit brauchen und auch gerne tun, da die Fabrik von Zahid ihnen deutlich bessere Bedingungen bietet verglichen mit anderen Fabriken.


Am nächsten Tag stand der Besuch unserer Partnerschule Amander Pathshala an. Noch Tage danach sprach unser Team von den vielen emotionalen Eindrücken, die wir dort machen durften. Die Schule besteht aus neun sehr engagierten und zielstrebigen Lehrern und 240 Schülern. Wir waren zusätzlich noch in Begleitung von Taslima Akther, die sich für die Schule einsetzt und sie fördert. Die Atmosphäre in dieser Schule war unbeschreiblich. Jedes Kind (von 7 bis 18) strahlte eine gewisse Zufriedenheit und Besonnenheit aus. Wir durften selbstständig durch die Klassenzimmer gehen und überall erwarteten uns Schüler, die mit uns spielen wollten oder mit uns lachten.
Besonderes Engagement erfuhren wir von den Lehrern, die die Kinder sehr unterstützen. Sie führten uns beispielsweise einen Kurzfilm von einem Schüler vor.

Er steht seit seinem siebten Lebensjahr um vier Uhr morgens auf, um Zeitungen auszutragen, damit er seinen Traum, eines Tages Journalist zu werden, erfüllen kann. Mit diesem Film versuchen sie Aufmerksamkeit zu erzielen, um die Schüler weiterhin zu unterstützen. Die Talente und der Wille eines jeden Schülers werden gefördert und alle Schüler verfolgen ihr Ziel mit unglaublicher Freude.
Der nächste Tag führte uns zur Gewerkschaft der „Garment workers solidarity”. Taslima Akhter, die Präsidentin und Photografin und alte Bekannte des FvAG erwartete uns bereits im Gewerkschaftsbüro. Hier erhielten wir einen Einblick in die schwierige Arbeit von Gewerkschaftlern. Gewerkschaftsführer, Näherinnen, Überlebende des Rana Plaza Unglücks, aber auch Journalisten und Professoren der Universität – die Wellwisher – erläuterten uns ihre Sicht.
An unserem letzten Tag fuhren wir zu der Garnfabrik Amann, welche Garn für die weitere Verarbeitung in Textilien färbt. Das gefärbte Garn wird dann an Marken wie Gucci, Zara, etc. verkauft. Wir wurden dort sehr freundlich empfangen und über die einzelnen Färbungsprozesse aufgeklärt.
Auf der Reise nach Bangladesch haben wir versucht, uns ein möglichst umfangreiches Bild von dem Land und den vorherrschenden Bedingungen zu machen. Spannungen zwischen Fabrikbesitzern und den Gewerkschaften waren für uns hautnah zu spüren, doch wollten wir beide Seiten kennenlernen und verstehen. Bei einem Abendessen mit Karl Beck, Diplom-Kaufmann von Kaufland, konnten wir die Sichtweise der Großkonzerne einsehen und angeregte Unterhaltungen führen.
UNICEF lud uns ebenfalls auf ein Treffen ein und stellte uns deren Hilfsprojekte für Bangladesch vor mit anschließender Diskussionsrunde.
Die Reise nach Bangladesch ermöglichte uns den Einblick in viele Perspektiven, so dass wir immer noch rückblickend auf die Reise nach Verknüpfungen und Antworten suchen, die uns ein Gesamtbild von actio und reactio erschließen.

Alice Baumbusch (J2)

Video Bangladesch September 2018

 

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